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Pressespiegel:
hallo! Leipzig vom 05.03.2005

Ausgabe vom 5. März 2005
Dietmar Moews und Annegret Stein
An der Seite seiner "Webmasterin" Annegret Stein
lockte "Barde" Dietmar Moews am Montag an die Nikolaikirchhof-Säule
Ganz Europa hockt auf langer Leitung

Multitalent forderte in Leipzig rasche DSL-Datenautobahnen


Der Mann ist verrückt. Doch das ist nicht alles. Der Mann ist verrückterweise derart ernst zu nehmen, dass er die Führungsetage der Deutschen Telekom
das Fürchten lehrt. Und zwar mit der Ankündigung, dass er ab kommenden Donnerstag auf der weltweit größten Computer-Messe Cebit in Hannover ein "Mobil-Summit für DSL" Internet-Verbindungen per Glasfaser-Breitbandkabel oder über Funk gesteuerte Wimax-Antennen(Lan)Systeme.

Dietmar Moews ist gebürtiger Niedersachse und fungierte von 1994 bis 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag für Post und Telekommunikation.

Also müsste man meinen, er weiß wovon er redet, wenn sich Bun-desregierung und Telekom seiner Ansicht nach mit einem Tiefschlaf auf Schneckentempo-Leitungen blamieren. Doch nun ein wenig geordneter:

Der Soziologe, Künstlergelehrte, Maler und Publizist leitet in Dresden das alphons silbermann zentrum (asz) Institut für europäische Massenkommunikations- und Bildungsforschung.

Am Montag lud er Leipzigs Pressevertreter um 16 Uhr an die Palmensäule am Nikolaikirchhof. Motto: "Mobiles Büro für Lichtgeschwindigkeit: Digitale Spaltung Deutschlands". Da stand er nun mit verbundenen Augen da und trällerte ein Bänkellied vom "alten Weib", das davon handelt, dass die Ehefrau sich um alles kümmert, während dem Mann alles egal ist. Dietmar Moews wollte auffallen und kam in 30 Minuten mit etwa zehn Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch.
"Es wird höchste Zeit für die Glasfaser-Breitband-Technik, die Telefon, Fernsehen, Internet und Standleitungsgeschäft in einem Zug ermöglicht.

Ostdeutschland ist mit hohen Fördergeldern der Europäischen Union mit Glasfaserkabeln ausgerüstet worden, die aber lediglich lahme ISDN-Verbindungen ermöglichen.

Doch ISDN ist über dreißigmal langsamer wie DSL per Breitband-Glasfaserkabel. Staaten wie Japan, Südkorea oder Mexiko nutzen längst diese Technik - und zwar günstiger - und haben Deutschland überholt.

Leipzig ist technisch von Deutschland abgekoppelt. Deutschland ist technisch von Europa abgehängt. Europa von der gesamten Ersten Welt und der Zukunft", appelliert er ohne Punkt und Komma. Und dann wieder eindringlich langsam: "Die Telekom teilt mit, dass sich die Glasfaser-Installierungs-Kosten erst amortisieren müssen. Dabei hat sie die Technik doch gar nicht selbst investiert.

Und da die Bundesregierung 35 Prozent der Telekom-Aktien hält, hat niemand ein Interesse an einer raschen Änderung der Situation.

"Die weiteren Forderungen des einsamen Rufers auf der Datendorfstraße: Die Telekom soll Breitbandprognosen und Kostenberechnungen offenlegen, sowie ISDN-Nutzer binnen drei Monaten mit DSL versorgen. Und vor allen Dingen. Städte wie Leipzig sollen einen Telekommunikations-Beauftragten benennen, der die Entwicklungen voran treibt.

Telekom-Pressesprecher Jürgen Will wird natürlich nicht Moews bester Freund. "Die Aussagen zu Amortisation und Aktien-Hoheiten entsprechen nicht den Tatsachen", so Will gegenüber hallo!, jedoch ohne eine Richtigstellung.

Konkret nimmt er die Fehde auf bei der Nennung der wichtigsten langfristigen Telekom-Breitband-ausbauten. "Zurzeit sind in Deutschland rund 34,5 Millionen T-DSL-Anschlüsse verfügbar, also mittlerweile für 91 Prozent der Festnetzkunden. Genutzt wird dieses Angebot jedoch nur von 6,3 Millionen Kunden. DSL nutzt als Übertragungstechnik das vorhandene Kupfer-Telefonnetz.

Daher ist ein Angebot von DSL in Glasfasergebieten ohne zusätzliche Investitionen nicht möglich. Von der Glasfasertechnik profitieren derzeit rund 600.000 Anschlüsse. Die OPAL-Technologie (optische Anschlussleitung, d. Red.) wird die DSL-Flächenabdeckung bis 2008 um 1,6 Prozent erhöhen", so derPressesprecher.

Mehr Infos: http://www.dietmarmoews.com/   www.t-com.de

hallo!-Foto und Text: Andreas Krüger
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