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Montag, 07.03.2005

Fernab der Datenautobahnen

Ganz Europa hockt auf langer Leitung


stellt die Leipziger "Hallo Leipzig" fest. Als ernstzunehmenden Stachel im Hintern der Telekom sieht die Zeitung den ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Deutschen Bundestages, Dietmar Moews.

Er weiß, wovon er redet, wenn er über Geschwindigkeiten sinniert. Moews ist Soziologe, Kunstgelehrter, Maler und Publizist und leitet in Dr4esden das Alphons Silbermann Zentrum, Institut für europäische Massenkommunikations- und Bildungsforschung.

Unter dem Motto Mobiles Büro für Lichtgeschwindigkeit: Digitale Spaltung Deutschlands lud er Presseveertreter an die Palmensäule der Leipziger Nikolaikirche.

Das, was sich schon alle insgeheim wünschen, fordert Moews ganz offen: Glasfaser Breitbandtechnik, die Telefon, Internet, Fernsehen und Standleitungsgeschäft in einem Zug ermöglichen. Offensichtlich ist die Telekom nicht daran interessiert, dieser Forderung nachzukommen. Man beharre darauf, dass ohne zusätzliche Investitionen keine weiteren Ausbaumöglichkeiten vorhanden seien.

DSL hat sich in einigen Ländern wie Mexico, Japan oder Südkorea bereits durchgesetzt und diese Länder haben Deutschland bereits überholt. Und zwar mit günstigeren Zugängen.

Auch fordert Moews, dass die telekom Breitbandprognosen und Kostenrechnungen offenlegen sowie ISDN Nutzer binnen drei monaten mit DSL versorgen solle. Schön wäre es, wenn die technische Entwicklung im eigenen Land voranschreiten würde, allerdings nicht nur in telekommunikativer Hinsicht.  Telekomsprecher Will spielt den Ball an die Kunden weiter. Zwar seien 34 Millionen Aschlüsse DSL-fähig allerdings nur etwa 6 Millionen werden auch für DSL benutzt. Fraglich ist auch, ob die Telekom in diesem Zusammenhang eigentlich weiss, was sie da auch zusammenrechnet. Immerhin leben in Deutschland 80 Millionen Menschen in etwa 15 - 20 Millionen Familien, die Singles und Firmenanschlüsse nicht mitgerechnet. Geht man dann auch noch davon aus, wer sich 99 Euro für die Bereitstellung für DSL leisen will und kann und dann auch noch DSL taugliche Computertechnik zu hause hat, kommt sehr schnell auf 6 Millionen. Offensichtlich ist das Marketing des Telekomriesen nicht besonders effektiv, wenn man über "lediglich" 6,3 Millionen DSL Anschlüsse klagt.

Moews fordert eine stärkere Breitbandanbindung für Deutschland. Deutschland sei von Europa abgekoppelt und Leipzig von Deutschland. Dabei könnte es so einfach sein. DSL für Alle!

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